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Kindheit und Jugend eines Bauernjungen in der Eifel (1939 – 1960)

Andreas Mohr: Das verschenkte Kind

 

76 Jahre ist er alt, Andreas Mohr aus Gillenfeld, und immer noch voller Tatendrang und lebensbejahend. Dennoch muss er oft an seine Kindheit zurückdenken, die so gänzlich anders verlief, als bei Kindern seiner ­Generation in anderen Familien.

»Meine Eltern verschenkten mich an eine kinderlose Familie«, berichtet er und erklärt dies genauer: »Ich wurde in Strohn als fünftes Kind geboren. In Gillenfeld lebte ein verheiratetes Ehepaar, mit meiner Mutter verwandt, das aber keine Kinder hatte. So wandte dieses sich an meine Mutter mit dem Argument ›Du hast ja noch vier Kinder und wir haben keines. Überlass uns das Kind. Wir ziehen es groß, als wäre es unser eigenes Kind. Nach unserem Tod soll es unser Erbe werden.‹«

Die Mutter weigerte sich lange. Aber nach vielen Gesprächen, in die sich auch der Pastor einschaltete, war die Mutter schweren Herzens bereit, ihr jüngstes Kind Andreas herzugeben.

Über seine Erlebnisse und Gefühle hat Andreas Mohr nun ein Buch geschrieben, damit seine Kinder und Enkel, aber auch viele andere erfahren, dass es bis vor wenigen Jahrzehnten keine Seltenheit war, wenn aus kinderreichen Familien an kinderlose Ehepaare ein Kind abgegeben wurde, damit deren Altersvorsorge gesichert war und Hof oder Weinbaubetrieb einen Nachfolger hatten.

Die Kinder wurden ohne große schriftliche Formalitäten, ohne Einbeziehung einer Behörde oder Jugendamtes, in die neue Familie gebracht. Eine Adoption wurde selten durchgeführt. Das Kind war rechtlich immer noch die Tochter oder der Sohn der leiblichen Eltern. Weder Kirche noch Staat haben diese Praxis missbilligt oder kritisch hinterfragt. Die Kinder selbst waren macht- und rechtlos, sie hatten ja keine Lobby.

Je älter Andreas wurde, umso mehr gewöhnte er sich an seine Situation. In Gillenfeld war er bei seinen Schulkameraden voll integriert, und wenn er nach Strohn kam, wurde er von seinen Geschwis­tern und Eltern herzlich aufgenommen. Er konnte mittlerweile seine Situation genau erkennen: die leiblichen Eltern in Strohn, seine Familie aber in Gillenfeld. Zu diesen sagter er aber nie »Mama« oder »Papa«, sondern nannte die Ersatzeltern nur »Pate« und »Tante Kätt«.

Heute spürt man deutlich, dass Andreas Mohr nachdenklich seine Kindheit und Jugend überdenkt und froh ist, dass sein Schicksal so heute in der Eifel keinem mehr widerfährt. Aber selbst in hohem Alter macht er seinen verstorbenen Eltern keine Vorwürfe, ihn einfach weggegeben zu haben: »Sie waren eben Kinder ihrer Zeit, die wahrscheinlich keine andere Entscheidung treffen konnten. Dafür war der familiäre und gesellschaftliche Druck einfach zu groß. Meine Mutter hatte wohl ihr Leben lang Schuldgefühle. Das spürte ich deutlich, wenn wir uns mal trafen. Vaters Gefühle kannte ich nicht.«

Andreas Mohr verbrachte sein gesamtes Leben in Gillenfeld, kümmerte sich später um seine pflegebedürftigen Onkel und Tanten und erbte nach deren Tode deren gesamtes Vermögen. Auf seinen Anspruch auf elterliches Vermögen in Strohn verzichtete er.

Bis heute gedenkt das verschenkte Kind mit Liebe und Dankbarkeit seinen leiblichen Eltern und seinen Ersatzeltern.

 

Pressetext und Cover-Bild:    www.rhein-mosel-verlag.de unter »Aktuelle Pressetexte«

 

Andreas Mohr • Das verschenkte Kind • Rhein-Mosel-Verlag, Zell/Mosel
68 Seiten • Klappenbroschur • ISBN 978-3-89801-354-3 • 9,90 EUR

Rhein-Mosel-Verlag, Brandenburg 17, 56856 Zell/Mosel, Tel. 06542-5151
Fax 06542-61158, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.rhein-mosel-verlag.de

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